Noch viel Futter im Brutraum

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2 Jahre 10 Monate her #669 von Leilue
Hallo,
ich bin zwar kein Neuimker aber Anfänger beim Imkern mit dem angepassten Brutraum.
Meine Bedingungen Dadant US in 10 Systembeute kaltbau 15 Völker. Im letzten Herbst mit 20 kg Sirup eingefüttert bei 8-9 Waben. Anfang Februar einfaches Schied gegen je 2 Wärmeschiede getauscht. Anfang März eingeengt, eine Futterwabe am Brutnest, 1 - 2 Futterwaben hinter das Schied, alle Brutwaben enthielten mindestens 50 % Futter.
Vor 14 Tagen alle Futterwaben hinter das Schied. Futtermenge auf den Brutwaben unverändert.
Gestern Durchsicht: Brutnester 3 - 5 Waben mit Brut meistens 1 Pollenwabe. ABER das Futter auf den Brutwaben ist unwesentlich weniger geworden, es ist auf allen Brutwaben mindestens 1/3 Futter eingelagert.
Ich denke wenn jetzt Tracht einsetzt und ich einen Honigraum gebe tragen mir die Damen das Futter noch oben in den Honigraum.
Hat jemand einen Rat für mich?
Gruß
Reiner
PS.: im vorigen Jahr hatte ich das gleiche Problem.

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2 Jahre 10 Monate her #670 von Toroid13
Hallo Reiner,
ich bin auch noch Anfänger was den Angepassten Brutraum angeht. Schreibe dir mal meine Gedanken zu deinem Problem.
Es wäre schön, wenn du uns noch deinen ungefähren Standort mitteilen könntest. Auch eine Wetterprognose wäre hilfreich.
Nach welchem Angepassten Brutraum imkerst du? Evtl. Werner Gerdes?
Wie stark sind deine Völker?
Gibt es Wildbau?
Verdeckeltes Futter oder frischer Nektar, auf den Brutwaben?
Für wann erwartest du den Trachbeginn?

Das folgende gilt nur sofern bei dir wirklich noch keine Tracht herrscht. In vielen/meisten Gebieten gibt es aber. forum.armbruster-imkerschule.de/index.ph...lweide-voll-getragen
Bei dir sind scheinbar ein paar Fehler zusammengekommen. Wenn alle Brutwaben 33% Futter enthalten ist zu früh erweitert worden, bzw. nicht eng genug geschiedet.

1. Lehrsatz von Jürgen Binder: "Im Winter wird der Brutraum auf die Bienenmasse angepasst."
2. Lehrsatz von Jürgen Binder: "Im Frühjahr und Sommer wird der Brutraum auf die Brutmasse angepasst" (ab Feb.-März)
Über die Pollenwaben hat er in den Monatsbetrachtungen auch etwas geschrieben, weil diese die Frühjahrsentwicklung hemmen. Somit wachsen deine Völker nicht schnell genug und brauchen dadurch weniger Futter.

Die Thermoschiede funktionieren am besten, wenn man sie noch früher einsetzt. Pollenbretter werden nach Jürgens Methode Anfang Oktober entfernt. Durch den eng gehaltenen Brutraum werden auch keine/weniger Pollenbretter angelegt.
Zum Umtragen des Futters in den Honigraum mache ich mir keine Gedanken, schau dir die Imker mit zwei Bruträumen an, die nehmen auch keine Waben raus. Ein zuviel an Futter ist eher Luxus.
Bei mir wird von Montag - Samstag wohl kein neuer Nektar eingetragen und somit verbrauchen die Mädels noch genug Futter bzw. den frisch eingetragenen Nektar. Ich habe das Brutnest heute mit einer Futterwabe erweitert, weil die zuvor gegebene Futterwabe zu 80% bebrütet ist.

Da du dir aber Gedanken machst, könntest du mit einer ausgebauten Leerwabe erweitern. Damit hätte die Königin Platz zum legen und Futter verbrauchen die Bienen dann auch schnell.

Gruß Andreas
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2 Jahre 10 Monate her #684 von Leilue
Hallo Andreas,

vielen Dank für Deine ausführlichen Gedanken zu meinem Thema. Ich versuche mal alle Fragen der Reihe nach zu beantworten.
Mein Standort liegt ca. 20 km nordöstlich von Bremen in Grasberg bei Worpswede. Die Bienen stehen in einem Wohngebiet, Flugstrecke bis zur Bebauungsgrenze ca. 300m (Wiesen mit Löwenzahn).
Seit dem 18.03. fliegen die Bienen täglich bei Temperaturen zwischen 10 - 15° C, nachts teilweise leichter Frost. Seit dem 28.03. Temperaturen um 20° C, nachts um 9° C. Prognose für die kommende Woche: 10 - 15 ° C, Mittwoch und am kommenden Wochenende leichter Regen sonst Sonnenschein.

2016 habe ich den Brutraum nach Gerdes angepasst. im Januar 2017 habe ich ein Wochenendseminar von Jürgen Binder mitgemacht und 2017 den Brutraum nach Binder angepasst.
Meine starken Völker sitzen auf 5 Brutwaben, die schwächsten auf 3 Brutwaben. Das anhängende Bild einer Brutwabe stammt aus einem schwachen Volk.
In meinen Völkern gibt es keinen Wildbau.
Auf den Brutwaben befindet sich verdeckeltes Futter und nur sehr wenig frischer Nektar. Frischer Nektar befindet sich auf den Futterwaben hinter dem Schied.
Zurzeit blüht die Weide, das erste Obst erwarte ich in 14 Tagen.

Meine Völker sitzen links oder rechts in der Beute. Ich habe an beiden Seiten von Brutnest Wärmeschiede. In der ersten Februarwoche habe ich die Schiede bis an die Waben mit Stiften gesetzt und an einer Seite eine Futterwabe belassen. Die anderen Futterwaben kamen hinter das Schied. Dann bin ich einen Monat nach Neuseeland gefahren.

Die teilweise vorhandenen Pollenbretter sind in den letzten 10 Tagen entstanden. In der nächsten Woche wird die Weite hier noch honigen.
Ich werde mal mit einer leeren ausgebauten Wabe erweitern und sehen was dann passiert.

Gruß
Reiner

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2 Jahre 10 Monate her #685 von Toroid13
Hallo Reiner,
das Buch vom Gerdes habe ich auch Anfang letzten Jahres gelesen, deshalb konnte ich es erraten. Du hast also einen guten Mischstandort, immer blüht irgendetwas, sollte für die Bienen genau richtig sein. Die Fragen waren wichtig um halbweg einschätzen zu können wie es bei dir aussieht.
Meine Betriebsweise ist im Grunde wie die vom Gerdes, nur halt als Warmbau (DN1,5), seit Januar fließt Binder verstärkt ein.

Leilue schrieb: In der ersten Februarwoche habe ich die Schiede bis an die Waben mit Stiften gesetzt und an einer Seite eine Futterwabe belassen. Die anderen Futterwaben kamen hinter das Schied. Dann bin ich einen Monat nach Neuseeland gefahren.

Hätte ich unter den Bedingungen auch so gemacht. Da ich aber nicht im Ausland war, habe ich nur aufs Brutnest geschiedet, in der zweiten Februarwoche, musste die Schiede noch anpassen.

Leilue schrieb: habe ich ein Wochenendseminar von Jürgen Binder mitgemacht

Ich war bei dem Seminar in Gleichen im Januar.

Leilue schrieb: In meinen Völkern gibt es keinen Wildbau.

Bei mir wurde die letzte Futterwabe stark ausgezogen um frischen Nektar einzutragen. Dadurch wusste ich, dass genügend Nektar eingetragen wird um zu bauen.

Leilue schrieb: Prognose für die kommende Woche: 10 - 15 ° C

Also hauptsächlich Pollen und Wasserflüge. Verbrauchen somit noch mehr Futter, als sie Nektar eintragen.

Leilue schrieb: Die teilweise vorhandenen Pollenbretter sind in den letzten 10 Tagen entstanden. In der nächsten Woche wird die Weide hier noch honigen. Ich werde mal mit einer leeren ausgebauten Wabe erweitern und sehen was dann passiert.

Frischer Pollen ist ja i.O., der wird zum Brüten genommen, nur alte Pollenbretter wären Problematisch. Bei dem Bild vom schwachen Volk, dauert es noch etwas bis du erweitern kannst.

Leilue schrieb: Meine starken Völker sitzen auf 5 Brutwaben, die schwächsten auf 3 Brutwaben.

Ist bei mir ähnlich.
Hier mal ein Bild von der letzten Wabe aus einem starken Volk.

Gruß Andreas
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2 Jahre 10 Monate her - 2 Jahre 10 Monate her #686 von Nikkiklaus
Hallo Reiner,

Leilue schrieb: .....Ich denke wenn jetzt Tracht einsetzt und ich einen Honigraum gebe tragen mir die Damen das Futter noch oben in den Honigraum.....

das sehe ich nicht so. Futter wird zwar umgetragen, aber wohl eher ins Brutnest. Reinkommender Nektar muss aber erstmal getrocknet werden - und dass klappt besser in einem leeren Honigraum, als auf halbvollen Futterwaben.

Leilue schrieb: ....im vorigen Jahr hatte ich das gleiche Problem.

woran hast du letztes Jahr gemerkt, dass die Bienen Futter hochgetragen haben?

Toroid13 schrieb: Da du dir aber Gedanken machst, könntest du mit einer ausgebauten Leerwabe erweitern. Damit hätte die Königin Platz zum legen und Futter verbrauchen die Bienen dann auch schnell.

das ist ein kontraproduktiver Trugschluss! Das Nest bitte jetzt nicht erweitern! Und erst recht nicht mit Leerwaben!
Besser auf die Finger setzen und die Bienen machen lassen ;-)

LG

Arne


Letzte Änderung: 2 Jahre 10 Monate her von Nikkiklaus.
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2 Jahre 10 Monate her - 2 Jahre 10 Monate her #688 von Muehlendrohn
Ich muss jetzt mal was loswerden zu dem ganzen Pollen und Nektar Problem im BR.
Ich versuche es jetzt das zweite Jahr mit angepassten Brutraum, bin absoluter Anfänger doch probiere alles aus und das auch auf verschiedene Art und Weise.
Letztes Jahr hatte ich mich noch nicht so richtig getraut die Bienen wirklich eng im Brutraum zu halten und die Völker auf über 7 Rähmchen gehalten.
Das Ergebnis waren Schwärme ohne Ende.
Dieses Jahr war ich mutiger und bei den guten Völkern funktioniert es wie aus dem Lehrbuch!
Schwächere Völker zeigen aber genau die Probleme von den ich hier lese!
Die Schwächeren hätte ich aber gar nicht so stark einengen können! Sie hätten dann auf teilweise einer Wabe gesessen.
Wenn die Kö fit ist können die Bienen das Brutnest gar nicht verhonigen weil nach schlüpfen der Biene die Kö nach dem putzen sofort wieder ihr Ei hinein legt.
Wichtig ist eben das die Bienen auch die Möglichkeit haben ihren Nektar los zu werden.
Das bedeutet im ungünstigen Fall eben eine leere Futterwabe hinter dem Schied oder besser den HR über Kopf.
Bei angepassten Brutraum muss man unbedingt an der Entwicklung des Bien dran bleiben und man braucht gute Völker!
Schichtenimkern ist bis hier her einfacher und dem Schichtenimker wird der Unterschied zwischen seinen Völkern wohl noch gar nicht so sehr auffallen.
Mein persönliches Fazit bis jetzt ist das angepasster Brutraum funktioniert wenn:
-man starke Völker hat
-man wirklich an der Entwicklung des Bien dran bleibt und dem entsprechend handelt also:
-beherzt von Anfang an anpasst
-wenn Nektar fließt dem Bien auch dementsprechend Möglichkeit gibt ihn einzulagern!
-wenn Nektar fließt MUSS das Brutnest auch komplett bebrütet sein, vor allem wenn man mit dem HR spät dran ist

Gebt besser ein Rähmchen weniger wie ihr es für richtig haltet! Ein Rähmchen zu viel und es kommen die Probleme mit Pollenbrettern und Nektar im BR und dann wird es schwierig das wieder auszubügeln!

Einfach ist das für mich nicht aber wenn es funktioniert macht es wirklich Freude und der Honig landet komplett im HR! Schichtenimkern verzeiht da bedeutend mehr Fehler und für Imker die nicht so freaky auf Bienen sind sicher die bessere Wahl.
Es kann natürlich auch an diesem Frühjahr liegen!

Beste Grüße Stephan!

Irgendwas ist immer!
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