Grau-braunes Verdeckelungswachs

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2 Jahre 9 Monate her #957 von Almut Aalbek
Hallo zusammen,

ich habe zum ersten Mal einen Imker bei der Honigernte begleitet.

Beim Entdeckeln ist mir aufgefallen, dass das Farbspektrum der Verdeckelungen von weiß (wie erwartet) bis schmutzig-grau-braun ging.
Auf meine Nachfrage bekam ich die Antwort
"Das liegt wahrscheinlich daran, dass diese Wabe schon ganz früh verdeckelt war und seitdem die Bienen viel darauf herumgelaufen sind."

Gibt es dafür noch eine andere Erklärung? Kann man dieses Phänomen vermeiden?

Danke im Voraus für eure Rückmeldungen.
LG Almut

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2 Jahre 9 Monate her #959 von Nikkiklaus
Hallo Almut,

ich vermute mal, dass dein Imker der Unsitte fröhnt und aus bebrüteten Waben Honig erntet - das gibt dann schonmal eine unangenehme Grundfarbe. An den schmutzigen Füßen der Bienen wird es nicht liegen
Ferner ist das Entdeckelungswachs nicht immer so jungfräulich wie mancher Imker meint. Die Bienen recyclen gerne Wachs von anderen Waben und tragen Wachs auch mal quer durch die Beute um! Das mag auch eine Einfluss haben*.

* Konnte man im letzten Jahr in vielen Beuten in Deutschland live beobachten. Dem Wachsskandal sei Dank. Da sind selbst die Drohnen in Ihren Naturbauzellen eingegangen, weil die Bienen das Industriewachs der daneben liegenden Stearin-Mittelwand-Waben zu einem erheblichen Teil wiederverwendet haben. Der Markus Gann hatte da mal ganz eindrückliche Fotos veröffentlicht - nur finde ich sie gerade nicht auf seiner Homepage......grummel. Aber so wie die gezeigten Waben:
www.bee-gann.de/Wachs/bilder.html
sahen auch die "Naturbau"-Drohnenwaben aus!

Wie vermeidet man sowas? Sauber arbeiten, viel bauen lassen, Altwaben zügig einschmelzen, auch wenn noch 34 Gramm Pollen und 257 g Winterfutter drauf sind, keine Brut umhängen.

LG

Arne


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2 Jahre 9 Monate her #963 von Almut Aalbek
Hallo Arne,

danke für deine Antwort. Und ja, 'mein' Imker tauscht in seinen Zanderbeuten Waben zwischen BR und HR hin und her.
Das werde ich definitiv nicht machen!
Ein Grund mehr, gleich mit 12er Dadant und halben Honigzargen anzufangen.

Was hat es mit dem 'Wachsskandal' auf sich? Woran erkennt man Stearinwachs?

Reichhaltige Honigernte wünscht dir
Almut
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2 Jahre 9 Monate her #964 von waldimker
Dieser Einsatz von bebrüteten Waben im HR halte ich für einen schwerwiegenden Fehler. NIcht imkerlich. Die Bienen findens Klasse. Aber was die Honigqualität im feineren Sinne angeht. Bei uns in der Gegend ist diese Unsitte völlig normal und ich werde nur schräg angeguckt. Alle behaupten, das schmecke man nicht. Aber es mehren sich die Berichte von Kunden, dass unser Honig im direkten Vergleich auf dem Frühstückstisch um Längen besser abschnitt. Ich führe das direkt auf den Einsatz des ASGs zurück.
Wobei ich ein einmaliges Bebrüten nicht nicht wirklich als Verfütterungsgrund für den Honig ansehe.
Ein Kollege scheidet seine schwarzen Schinken im HR aus.... Er hängt (einräumig Zander) immer verdeckelte Waben in den HR und füllt unten mit MW oder Waben auf...in dem festen Glauben, das gäbe mehr Bienen...
bah!
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2 Jahre 9 Monate her #966 von Muehlendrohn
Bähhhh ........ ich glaub da sind wir uns mal Einig!
Unser Pfarrer führt seine Völker auch ohne ASG und ich finde seinen Honig sehr "speziell "......
Almut, mach nicht so nen Blödsinn!
Bei "unserer Art zu imkern " ist so etwas gar nicht möglich!

Beste Grüße Stephan!

Irgendwas ist immer!
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2 Jahre 9 Monate her #968 von Nikkiklaus
Hallo Almut,

Almut Aalbek schrieb: Ein Grund mehr, gleich mit 12er Dadant und halben Honigzargen anzufangen.

:lol:

Almut Aalbek schrieb: Was hat es mit dem 'Wachsskandal' auf sich? Woran erkennt man Stearinwachs?

Ist zwar etwas off-topic - aber in Kürze:

Es gibt eigentlich vier Gruppen von Menschen, die sich für natürliches Bienenwachs interessieren: die Kosmetik-Industrie, die Lebensmittel-Industrie, die Kerzen-Industrie und die Imkerei.
Die drei erstgenannten haben sich eigene Kriterien gegeben, was echtes natürliches Bienenwachs ist, welche Eigenschaften es zu haben hat bzw. wie man die "Reinheit" kontrolliert. Die letzte Gruppe (zudem die geizigste der vieren) hat nichts dergleichen - nichtmal eine einheitliche Lobby die sich dafür einsetzt, sowas auch zu bekommen ;-(
So kommt es alle paar Jahre wieder vor, dass ein oder mehrere Umarbeiter ihre Gewinnmargen drastisch erhöhen, indem sie das im Glauben an die unversehrte Rückgabe abgegebene reine Bienenwachs ihrer Kunden mit Industriewachs strecken, da sie wissen, dass man es ihnen mangels Normen und Überprüfungsmöglichkeiten nicht/kaum nachweisen kann. 2012 war es so, 2015/16 wieder. Verurteilt wurde meines Wissens bisher niemand, Konsequenzen wurden keine gezogen.

Kerzenstummel unter das eigene Wachs zu mischen ist/war so alt wie die Erfindung der Mittelwände, aber die Kampfpreise aus Fernost sind schon verlockend, siehe hier:
www.alibaba.com/showroom/organic-beeswax.html
(organic beeswax = Bienenwachs in "bio"-Qualität)
Denn das sind die aktuellen Preise bei uns (beispielhaft für den Preis, nicht für die Qualität!):
www.bienenzuchtbedarf-seip.de/Mittelwaen...n-BIO-Imkereien.html

Den einen oder anderen Anbieter für Mittelwände (nachzulesen wer es war konnte man im Bienenjournal im November 2016, oder auch jetzt noch hier: www.bee-gann.de/Wachs/dateien/Anlage%201...ung_DBJ_30_11_16.pdf ) hat das scheinbar verführt containerweise (man geht von über 30 Tonnen aus!) Wachs in China einzukaufen, wobei entweder zu billig gekauft wurde, oder die Qualität, die bestellt wurde, nicht im Container war, man das aber nicht kontrolliert hat oder kontrollieren wollte. (Oder man hat tatsächlich diesen Scheiß bestellt???).
Diese Mengen wurden aber schlussendlich sowohl rein als auch verschnitten in den Markt gedrückt.

In der Konsequenz sind bei einigen Imkern (in D, A, I, B, F NL) die Völker (z.T. zu dutzenden/hunderten) eingegangen, weil das Wachs (nachweislich z.T. 100% synthetisch) zu einem vorzeitigen Tod der Bienenlarven geführt hat. Die abgestorbenen Larven wurden also immer wieder und wieder ausgeräumt, und diese schrotschussartigen Nester wie auf den Fotos von Hr. Gann dargestellt sind entstanden. Todesursache der Völker letztendlich Überalterung der Pflegebienen, da kaum/keine gesunde Brut nachgerückt ist. Erklärungen der Imker/BI: Varroa - es kann eben nur einen Schuldigen geben in der modernen Imkerei. Und schrotschussartige Nester sind halt typisch (für alle Brutkrankheiten der Biene :blush: )

Wie kann man es erkennen? Schwierig bis unmöglich. Im Labor (Ceralyse in D, BELAN in A) kann auf allerlei chemische Parameter mehr oder minder gut die Echtheit/Verunreinigung bestimmt werden, ist aber teuer. Es soll bei Stearin-MW (und nur bei Stearin, nicht bei Paraffin und nicht bei Stearinsäure) möglich sein durch Einlegen (über Stunden) in Mineralwasser bei einer Weißfärbung auf einen hohen Stearinanteil rückschließen zu können.
Paraffinanteile in MW sollen sich mittels konzentrierter Harnsäurelösung bis runter auf 2% kontrollieren lassen.
Mag sein - mag nicht sein. Lt. Ceralyse-Chefanalyst sei das Humbug... Aber der gute Mann möchte ja auch von etwas leben.

Hintergründe gibt es auch hier:



bzw. die anschießende Diskussion ist auch interessant (ich war da):




LG

Arne

P.S. nur so als Hintergrundinfo: Zu Beginn der verlinkten Diskussion zur Wachsfälschung auf dem Celler Imkertag sind sowohl der Leiter des BI Celle (Werner von der Ohe) als auch der Vertreter des DIB (Hr. Frühling, für die nordhannoverschen DIB-Imker) gegangen!


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