Bioimkerei. Ein politisches Statement für eine Ökologisierung der Landwirtschaft

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3 Jahre 2 Wochen her #527 von Nikkiklaus
Hallo Stephan,

Hamamelishonig schrieb: Jürgen schreibt aber in seiner Märzmonatsbetrachtung: Wir müssen uns statt des ständigen Drohnenschneidens vielmehr Gedanken darüber machen, unsere Völker im März und April mit einigen Gaben von Milchsäure oder Oxalsäure zu behandeln, um den bereits entstandenen Milbenbesatz zu reduzieren.

Ich bin auch kein Schnitter, bzw. ein Freund vom Schneiden. Wenn man das aber tun will, ist der zur Salweide gegebene Drohnenrahmen ein probates Mittel erste Milben zu entfernen. Und am Begattungserfolg bzw. an der Lufthoheit eigener Drohnen zur Vermehrungszeit ändert sich nichts durch diesen einmaligen Schnitt.
Viel behandeln hilft aber eben nicht viel - sondern zeigt nur dass die eigene Varroastrategie dringend optimiert werden sollte. Ferner erhöht sich der Adaptionsdruck auf die Milbe durch laufendes Dosieren von Varroaziden noch mehr - ich will das nicht, die Milbe ist eh schon zäh genug. Behandeln ist und bleibt einfach der falsche Weg - da er dauerhaft nicht geeignet ist die Bienengesundheit zu erhöhen.

Hamamelishonig schrieb: Bernd Dany, der Entwickler des Bienenwohls (das ist Oxalsäuredihydrat, angerührt mit einem Zuckeralkohol und weiteren ätherischeln Ölen) teilt mit, dass diese Oyalsäurelösung bis zu einer Woche im Bienenvolk wirkt. Bei einer mehrmaligen Behandlung im Abstand von vier oder fünf Tagen lassen sich also auch die schlüpfenden Milben erwischen, bevor sie wieder unter die Larve kriechen.

Bis zu einer Woche heißt es ja - das ist dann halt ein Ratespiel. Kann klappen, muss aber nicht. Ich bin kein Zocker....
Und illegal ist es trotzdem - die Standardzulassungen sind da eindeutig.

Hamamelishonig schrieb: .....und beide Mittel findet man auch nicht in der Ernte, sofern man etwa eine Woche vor Aufsetzen des Honigraums die Behandlung einstellt.

Mag sein, mag nicht sein. Über die legale Seite hatte ich mich ja schon ausgelassen, das hat wie gesagt nichts mit Bioverbänden zu tun. Finde es aber putzig zu lesen, wie man sich um "Bio" bemüht, sich über z.B. die Lackierung der Beute ereifert (du nicht, nur als Beispiel genannt), dann aber mit Varroaziden außerhalb deren Zulassung rumspielt und zumindest vorsätzlich Honigverunreinigungen in Kauf nimmt.

Hamamelishonig schrieb: Die Aussage, dass eine mehrmalige Oxalsäurebehandlung die Bienen zum Absterben bringt gilt nur für Winterbienen bei einer Gabe von 50 ml oder mehr und ist in dieser Verkürzung falsch.

Die Dosierung liegt bei 30-50 ml je nach Volksstärke, wie du sicher weißt. Und soll nicht umsonst im Dezember gegeben werden, da Ox die Lebensdauer der Winterbienen reduziert, da es deren Darm perforiert.
Mir ist am Wohl meiner Bienen gelegen, daher mute ich Ihnen Ox eben auch nur einmal im Jahr zu und lasse die zweite Behandlung derselben Winterbienen im Frühjahr sein - zumal mir an einer reigungslosen Durchlenzung gelegen ist und ich früh Trachtstärke erreichen will. Jeder Eingriff, zumal ein chemischer stört da in Frühling nachhaltig. Punkt.

LG

Arne


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3 Jahre 2 Wochen her #533 von waldimker
Ja, da müsste sich mal der Urheber dieser Vorschläge, der Jürgen Binder, dazu äußern.

@muehlendrohn: da Du offensichtlich von der Bio-Zertifizierung keine Ahnung hast, kannst Du natürlich auch gut drüber schelten.
So werden u.a. regelmäßig Honigproben (und Wachsproben) gezogen und auf allerlei untersucht. Bei Jürgen Binders Betrieb würde ich sagen: jährlich.

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3 Jahre 2 Wochen her - 3 Jahre 2 Wochen her #541 von Muehlendrohn
Na ich will das auf keinen Fall irgendwie schlecht machen aber wenn Bio drauf steht erweckt das bei mir das Gefühl auch etwas ökologisch sinnvolles zu erwerben.
So jetzt steht hier vor mir ein Glas " Bio-Sonnenblumenhonig" , auf der Rückseite steht Mischung von Honig aus EG und nicht EG Ländern.
Wieviel Treibstoff und Energie ist den für dieses Glas Honig verbraucht worden?
Egal, der Ökospinner meint sich und der Umwelt was gutes zu tun und kauft.

Als Beispiel :

Meine Völker werden mit reiner Muskelkraft bewegt(Fahrrad mit Anhänger ), ich Kurbel an der Schleuder und in meinem Bienenhaus leuchtet das Licht durch Sonnenenergie.
Meine Völker stehen in einem Naturschutzgebiet weit weg von Bauern die ihre Rapsfelder spritzen und massig Autoverkehr. Ich verwende auch Holzbeuten nur füttere ich halt mit Haushaltszucker auf.
Honig wird regional verkauft, ohne große Wege.

Ich nix Bio! Ich nicht mal DIB.
Trotzdem glaube ich das mein Honig mehr bio ist als der meiste Honig mit Biosiegel.

Und zu guter Letzt wenn ich ein gutes Stück Fleisch möchte gehe ich zu meinem Nachbarn dem Bauern und kauf mir da etwas. Das Schaf hab ich dann meist noch ne Woche neben meinem Stand auf der Wiese gesehen und steckt jetzt auf meinem Drehspieß. Eier bekomm ich von meinem Arbeitskollegen dessen Hühner den ganzen Tag frei auf dem Hof laufen -ohne Biosiegel.

Was ich damit sagen will ist das nicht überall Bio drinnen ist wo es drauf steht und auf der anderen Seite man auch regional kaufen sollte und dabei mehr bio nur ohne Siegel bekommt.
Für MICH ist das Marketing, mehr nicht und nicht zu guter Letzt wird wieder der Wasserkopf größer durch irgendwelche Sesselfurzer die von euren schwer verdienten Werten abgreifen.
Der Städter mag das anders sehen und der Imker der dadurch besser vermarkten kann auch.

Aber so ist das in einer Welt wo die meistenMenschen den ganzen Tag wie ferngesteuert durch die Gegend laufen.


Nachtrag :

Sorry, will hier nicht rum stänkern! Ich halt mich jetzt hier zurück, will den Fred nicht zu müllen!

Irgendwas ist immer!
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3 Jahre 2 Wochen her #545 von Hamamelishonig

Nikkiklaus schrieb: Hallo Stephan,
.... Wenn man das aber tun will, ist der zur Salweide gegebene Drohnenrahmen ein probates Mittel erste Milben zu entfernen. Und am Begattungserfolg bzw. an der Lufthoheit eigener Drohnen zur Vermehrungszeit ändert sich nichts durch diesen einmaligen Schnitt.
Arne


Also ich würde bei der Aussage dein Karma um 10 Punkte senken und Dich auf Forum-Beginner zurückstufen oder es dem ForenAdmin überlassen, wie er mit derartigen Ratschlägen umgeht. Aber nicht sfür ungut.

Ich wollte eigentlich was dazulernen

Gruss Hama

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3 Jahre 2 Wochen her #546 von Toroid13
Solange sich Jürgen noch nicht zu Wort gemeldet hat, ein paar Denkansätze. Evtl. auch etwas überspitzt.

Was hat denn Oxalsäure mit Chemie oder Medikamenten zu tun?
Wenn wir Bienenwohl mit einer chemischen Keule vergleichen läuft in meinen Augen etwas falsch. 3%ige Oxalsäurelösung ist nicht so schädlich wie andere Varroabekämpfungsmittel. Sie kommt in vielen Speisen natürlich vor, auch im Honig. Spinat ist z.B. eine 1,25%ige Oxalsäurelösung. Rhabarber eine 1,33%ige. Pfefferminzblätter sogar 2%ige. Quelle: www.oxalsaeure.net/oxalsaeurehaltige-lebensmittel/ Ja ich habe die maximalen Werte genommen.

Bei einer Blockbehandlung (fürs Frühjahr, so wie ich sie aus verschiedenen Quellen habe, leider hatte Jürgen im Januar noch nichts von einer Behandlung im März erwähnt oder ich habe es nicht mitbekommen/notiert) werden zudem nur 10-12ml (evtl. auch 20ml) geträufelt. Bei 4-5 Anwendungen im Abstand von 5 Tagen. Dabei kann man eigentlich nicht von Behandlung sprechen. Im schlechtesten Fall wären 3,5g Oxalsäure im Volk. Wenn dann zusätzlich erst über eine Woche später der Honigraum aufs Volk kommt, 50000 Bienen in einem Volk sind und dann am Ende 50 kg Honig je Volk stehen, wo soll da irgendeine Erhöhung des Oxalsäuregehaltes im Honig herkommen?
Es gibt Studien die dies belegen. Müsste die aber erst raussuchen.

Momentan beschäftige ich mich ausgiebig mit dem Thema Varroabehandlung. Ob ich diese oder eine andere alternative Methode irgendwann einsetzen werde, habe ich noch nicht entschieden. Ich hoffe aber auf eine Zulassung die mir diese Entscheidung sehr einfach machen würde. Dieses Jahr belasse ich noch Alles beim Alten. Bisher bis auf einen Verlust erfolgreich und bei dem Volk hatte ich Fehler gemacht und es schwach eingewintert, um eigene Erfahrungen zu sammeln. Also die ersten Serien an Drohnen dürfen immer schlüpfen. Mir wurde beigebracht frühestens ab der 3. Serie zu schneiden. Vermutlich lasse ich es dieses Jahr aber auch komplett. Weil es mir nicht wirklich gefällt.
Jürgens Sommer Blockbehandlung mit Oxalsäure sieht auch nur maximal 30ml vor. Bei der Januarveranstaltung habe ich mir 4 mal im Abstand von 4 Tagen mit je 20-30ml notiert.

Ja natürlich imkere ich noch keine 10 Jahre und bin somit noch Anfänger. Aber wenn ich mir die ganzen Verluste in den Medien anhöre muss man sich Gedanken über sinnvolle Behandlungskonzepte machen. Und Ameisensäure gefällt mir absolut nicht.

Ob Biosiegel ihr Geld wert sind, muss jeder für sich entscheiden, auch beim Honig. Der teure Wasserkopf stört mich aber an vielen Stellen im Leben. Wir holen z.B. unser Rindfleisch beim Bauern und der hat kein Biosiegel, weil es ihm viel zu teuer ist. Dennoch erfüllt er meine persönlichen Normen eines nachhaltigen Biobetriebes.

LG Andreas
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3 Jahre 2 Wochen her #548 von waldimker
Meine lieben Bio-Siegel-Gegner.
Recht habt ihr!
Die Hühner und Enten und Schafe hatten wir selber (weg weil zuviel Pferde und Bienen da sind) und unser Garten läuft auch schon wieder an. "gekauftes Fleisch" ess ich schon seit Jahren nicht mehr.
Für unsern Honig hatten wir jahrelang gute "Kritiken" von direkten Kunden. Wir haben auch nix anders gemacht, außer Wachs und Zucker.
Nun ists aber so, dass wir ab diesem Jahr (hoffentlich) den Honig nicht mehr direkt verkaufen können werden, weils einfach zu viel wird (hoffentlich). Das ist der Grund fürs - mal ehrlich: teure - Bio-Siegel. Und die Großmarktlage "bio" ist einfach besser und fairer.
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