Die ganzjährige Anpassung des Brutraumes

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2 Jahre 7 Monate her - 2 Jahre 7 Monate her #103 von Muehlendrohn
Nachtrag:
Die Bienen verbrauchen ja mit dem einsetzen des Brutgeschäftes deutlich mehr Futter. Wenn ich jetzt davon ausgehe das ich Mitte April die HR aufsetze, müsste ja bis dahin alles Winterfutter raus. (Neben dem Brutnest werden schon noch je eine Futterwabe geduldet)
Das bedeutet aber das die Bienen mindestens 12 kg Futter bis Mitte April fressen müssen um 4 Brutwaben frei zu haben.
Die Bienen stehen zudem noch in einem Auenwaldgebiet mit sehr reichlichen Weiden vorkommen und vorausgesetzt die Völker sind fit und es ist warm genug tragen die auch schon ein.

Mein bestreben ist eigentlich von der Weide schon was mitzunehmen!

Ab Weidenblüte brauchen die Bienen hier kein Winterfutter mehr. Die Weiden warten aber schon, die Knospen sind schon am aufplatzen und in der nächsten warmen Periode wird sie wohl da sein.

Wenn ich jetzt 4 relativ leere Waben in den Völkern und 6 volle hätte würde mir das bedeutend besser gefallen!

Beste Grüße Stephan!

Irgendwas ist immer!
Letzte Änderung: 2 Jahre 7 Monate her von Muehlendrohn.
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2 Jahre 7 Monate her - 2 Jahre 7 Monate her #104 von Nikkiklaus
Hallo Stephan,

dann nähern wir uns mal langsam dem Thema - zunächst mal ein paar Ideen, Fragen und Anmerkungen - einfach mal so als Brainstorming zu deinem ausführlichen Bericht (DANKE):

- 15 kg Zucken im Juli wäre bei mir zuwenig - zumal nach einer TBE - da hast du ggf. Glück gehabt, dass es nochmal so gut gehonigt hat bei dir. Denk' die nächsten Jahre daran, dass das nicht jeder Jahr so sein muss (!?) - ums Auffüttern kommst du nicht drumrum. Damit dir das mit dem Überfüttern aber nichtmehr passiert -> immer dem Daumen am Puls der Zeit und ggf. nochmal Honigräume im Herbst drauf! P.S. Zucker im Juli finde ich grenzwertig ok, später ist Sirup einfach besser - nur mal so am Rande.

- diese 25mm Holzfaser- bzw. Zellstoffplatten zur Deckelisolierung funktionieren meines Erachtens nicht. Das sieht man meist daran, dass die ab März/April schimmelig werden. Hier muss m.M.n. kräftig isoliert werden, 4-5 cm Styropor oder ähnliches. Jutematten und so ein Tüddelkram mögen ökologisch wertvoll sein, erfüllen ihren Zweck aber nicht. Es geht bei der Kopfdämmung nämlich darum keine Kondensation über dem Bien zuzulassen. Sammeln sich da Wassertropfen, können diese auf den Bien runtertropfen - das ist kontraproduktiv und mühsam für die Bienen zu kompensieren.

- aufgrund deiner Beutenwahl und einiger deiner Aussagen schließe ich, dass du deinen Liebig gut gelesen hast? Nur leider hat Liebig den angepassten Brutraum nie verstanden! Dessen "Mechanik" ist eine andere! Der erst Honigraum ist Teil des Brutnestes, auch wenn er durch ein Absperrgitter von diesem getrennt ist. Auch kompensierst du das weniger an Waben in der Brutzarge durch ein mehr an Waben in den Honigräumen. Ist einfach eine andere Denke. Du kannst zwar auch nach Liebig mit einem Brutraum arbeiten - aber da verschenktst du m.M.n. Potential. Ich vermute den Reiner Schwarz und den Werner Gerdes kennst du? Die kennen kein Wärmeschied, aber erklären den angepassten Brutraum ganz schön. Beer ist da nicht schlechter, nur leider didaktisch eine Katastrophe. Und danach kommt auch noch mehr ;-) der angepasste Brutraum ist toll ;-)

- Wenn ich mal von einem Beutengewicht von 15 kg ausgehe (Beute, Rähmchen, Wachs, Bienen), hast du im Mittel 30 bis 40 kg Futter in den Kisten, das ist definitiv zu viel. Die Bienen sitzen deshalb zwar nicht "kalt" (die haben ja eine Heizung eingebaut, und die kältesten Tage des Winters haben sie prima überstanden), das Futter wirkt aber wie ein Kühlschrank und bremst die Eilegeleistung der Kö.

- man weiß, dass ein Vollvolk auf dem Höhepunkt seiner Leistungsfähigkeit vor Trachtanschluss ca. 200 - 300 g Futter pro Tag wegmümmelt. Das sind bei 30 Tagen 6 bis 9 kg pro Monat. Abzüglich dem was von draußen rein kommt sind die von dir genannten 12 kg bis Mitte April also durchaus realistisch!

- Die 8.200 Brutzellen pro Wabe hatten wir ja schon. Bei den Liebigschen 40.000 Bienen pro Volk, reichen also 5 Waben plus Drohnenrahmen um die Brutleistung einer normalen Königin abzudecken! Eine Superkönigin bzw. eine Schwarmkönigin schafft auch 6-7 Waben. Mehr braucht es nicht! Pollen im Brutnest wollen wir bis nach der Schwarmzeit eigentlich auch nicht in Massen im Brutnest. Und Zuckerwasserwaben dito - wie wollen wir Imker unseren Kunden ruhigen gewissens Honig verkaufen, wenn noch Kiloweise Zuckergulpsch in den Kisten gebunkert ist. Bienen tragen Futter um - dass weiß man heute schon noch.

- Wenn du auf 8 Waben schiedest (bei 10°C sitzt die Traube nicht mehr eng - aber das kannst du im Rückblich besser als ich beurteilen) hast du meines Erachtens zuviel Platz und auch zuviel Futter im Brutnest. Aus oben genannten Gründen schiede ICH nie mehr als 6 Waben (+ Drohnenrahmen später). Sinn des angepassten Brutraumes ist es ja auch, möglichst nicht mehr im gewachsenen Nest rumzurühren - schieden und gut (ggf. marginal anpassen, aber immer von außen).

Conclusio:

- Ich würde Futterwaben entnehmen (also raus, nicht bloß hinter das Schied) - lass meinetwegen ca. 15 kg drin (Faustwert, aus der Hüfte geschossen) - du sagst ja, die Weide honigt gut bei dir also ggf. auch mehr rausnehmen. Waben aber noch nicht einschmelzen, vielleicht brauchst du ein paar später wieder. Das mindert den Kühlschrankeffekt und gibt dem Bien die Chance wärmetechnisch in der Beute die Oberhand zu gewinnen.
- Bienen enger Schieden -> mehr Bienen pro Volumen -> bessere Klimatisierung des Raumes.
- Kopfisolierung durchgängig bei allen Beuten mit Styropor o.ä. (keine Fasermatten mehr)
- ersten Honigraum kurz vor der Weidenblüte - das ist Baubienenlenkung. Die jungen Bienen lernen, dass das Brutnest nicht zum Bauen da ist, dass entlastet die Kö (vor allem später). Und es entlastet das Nest vor dem ersten Nektarfluss. Wenn du hast, blockweise ausgebaute Waben und Mittelwände in die Honigräume packen, so bist du gewappnet, je nachdem ob erst der Nektar kommt, oder erst die Baubienen Wachs schwitzen können.
- mit der Gabe ausgebauter Waben wäre ich - gerade im Warmbau - vorsichtig. Du schneidest den Bien so ggf. vom Futter ab. Und das ist im Warmbau besonders tückisch, da der Bien hinter einer unberüteten Wabe ggf. das Ende des Brutnestes vermutet, und während Kälteeinbrüchen nicht über solche Waben hinweg zieht (denn er "weiß" ja, das hier das Nest zuende ist). Da musst du im Zweifel Waben geben und auf Sicht fahren, d.h. regelmäßig nach dem Rechten schauen.

LG

Arne

P.S. Einen Nachteil will ich dir nicht verschweigen, wenn du dich dazu durchringen kannst so zu arbeiten. Es ergibt sich so ein mehr oder minder großen Leerraum im fluglochfernen Bereich der Beute. Aufgrund des Raumnutzungsverständnis des Bien steht zu befürchten, dass er hier massiv Wildbau errichtet, Honig einträgt und den Schwarmabgang vorbereitet. Das ist ein Warmbau/Kaltbau-Ding - da kann man halt nicht vom Kaltbau Analogien zum Warmbau ziehen! "Hinten" ist halt Speicherzone, "daneben" ist daneben, da chillen im Kaltbau die Flugbienen.
Helfen könnte hier eine (oben) geschlossene Futtertaschen in der richtigen Größe, die diesen Raum mehr oder minder komplett ausfüllt. Ist aber Geigelei, da dir dann der Platz für die Flugbienen zum Aufketten fehlt - du hast ja auch keine Hochböden. Oder Mittelwände geben und Honig eintragen lassen, dann hast du aber schon wieder die nöligen Baubienen im Nest rumlaufen!
P.P.S. An dieser Stelle habe ich übrigens meine eigenen DNM 1,5 Warmbau-Experimente eingestellt - mir wurde halt klar, dass es gewisse Probleme mit anderen Kisten schlicht nicht gibt ;-)
P.P.P.S. Kannst du deine Honigräume als Zander um 90 verdreht aufsetzten? Vermutlich hast du Honigräume auch in DNM? Dann musst du die Honigräume regelmäßig um 180° drehen, da dein Nest nicht komplett unter den Honigräumen liegt, und die Wabengassen entsprechend nicht durchgehen. Dann tun sich die Bienen schwer, den über dem Leerraum liegenden Teil der Honigräume anzutragen - da hilft nur tricksen.


Letzte Änderung: 2 Jahre 7 Monate her von Nikkiklaus.

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2 Jahre 7 Monate her - 2 Jahre 7 Monate her #105 von Nikkiklaus
Und einen Nachtrag hab ich auch noch.

Die maximale Brutleistung der Kö wird erst auf dem Entwicklungshöhepunkt des Bienenjahres zur Schwarmzeit erreicht. Bis dahin ist noch Zeit. In den nächsten Monaten wächst das Nest zwar beständig, beansprucht aber eine rel. lange Zeit (März-April, augrund des Massenwechsel) fast die gleiche Größe - das sind je nach Volksstärke, Motivation, Wetter, Tracht und Leistungsfähigeit der Kö ca. 20.000 - 25.000 Zellen (bei normalen Bienen ;-) Superbienen kenne ich nicht). Mehr nicht!
Es lohnt sich hier mal nach Populationskurven im Internet oder in Büchern (Bretschko's "Natürliche Bienenzucht" hat welche, dass weiß ich) zu forschen, um diese Zusammenhänge zu verinnerlichen.

LG

Arne


Letzte Änderung: 2 Jahre 7 Monate her von Nikkiklaus.

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2 Jahre 7 Monate her #106 von hartmut17
Hallo Arne,

Du schreibst an einer Stelle :
" 4-5 cm Styropor oder ähnliches. Jutematten und so ein Tüddelkram mögen ökologisch wertvoll sein, erfüllen ihren Zweck aber nicht"

Und an anderer :
" Kopfisolierung durchgängig mit Styropor"

Was ist denn nun richtig ?

mfg
hartmut17

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2 Jahre 7 Monate her - 2 Jahre 7 Monate her #108 von Nikkiklaus
Hallo hartmut17,

das "durchgängig" bezog sich auf die Aussage vom Stephan, dass er sowohl Beuten mit der 25mm Faserplatten als auch welche mit Styroporisolierung unter dem Deckel hat. Meine Intention war hier konsequent auf Styropor umzurüsten und die Faserplatten anderweitig zu verwenden. Ist halt arg frisch um die Ohren bei Minusgraden ohne Pudelmütze rauszugehen ;-)

Und diese Dämmplatten (4-5 cm dick) dann in die Innendeckel legen oder zwischen Folie und Blechdach - je nach Belieben.

LG

Arne

P.S. Bitte nicht missverstehen, wer ökologisch imkern will oder muss, der kann natürlich kein Styropor benutzen. Da habe ich vollstes Verständis für. Da gibt es auch entsprechende Materialien auf Hanf, Kork, Wolle oder Jutebasis, die zugelassen sein müssten. Nur in dünner Mattenform erfüllt es nicht seinen Zweck - dass wollte ich zum Ausdruck bringen! Und da das Isolationsvermögen zum Teil schlechter ist bei natürlichen Materialien, muss halt mehr davon verwendet werden - dann also nicht 4 cm dicker Kunststoffschaum, sondern z.B. 8-10 cm starke Naturfaser. Mir persönlich ist die Isolationsleistung hier einfach wichtiger als das Material, zumal die Styrporplatten unter meinen Dächern in den Innendeckel eingepasst sind - da besteht keine Bienenkontakt. Ferner hoffe ich (!?), dass es beim Auftreten des Kleinen Beutenkäfers in ein paar Jahren bei uns hier nicht zu toten Ecken mit Eiern etc. kommt - aber schau'n mir mal, die Hoffnung stirbt zuletzt.


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2 Jahre 7 Monate her - 2 Jahre 7 Monate her #109 von Muehlendrohn
So Arne dann fangen ich mal an.

Ich schrieb von 15kg Zucker als Lösung und nicht von trockenem Zucker! Das Bienen mit 1 zu 1 Lösung zum bauen wollen ist mir bekannt.
Ich weiß das es für dich Sirup heißt für mich ist die reine Zuckermenge wichtiger.

Sandwichplatte ist 3 mm Sperrholz 19mm Styrodur 3 mm Sperrholz. Nix Faserplatte!
Wo bitte habe ich was von Faserplatte geschrieben?

Als nächstes hab ich mit Liebig nichts am Hut nur eben damals mit DNM angefangen weil mein Bienenvater es mir empfohlen hat.
Die Beuten werden nun mal unter dem Namen verkauft. Wenn dann stell ich auf Segeberger um aber nicht auf Dadant.

Wie du weißt ist es meine erstes Jahr mit ungeteilten Brutraum und ich bin mir hier sehr unsicher in meinem tun. 4000 freie Zellen sind halt nicht 20 000 - 25 000.
Diagramme hab ich schon mal gesehen. ......sind ja in den meisten Büchern drin.

Viel enger schieden ist nicht - die Bienen sitzen teilweise schon außerhalb des geschiedeten Bereiches.

Die Bücher habe ich alle.

Mit ausgebauter Wabe wollte ich aus deinen genannten Gründen auch nur vorn direkt nach dem Schied erweitern.

Honigraum zur Weidenblüte hört sich gut an nur müssen dann Futterwaben raus nur wo sollen da die Bienen sitzen?
Die Weiden braucht auch niemals nicht noch bis April sondern maximal bis März.

P.s. Ich habe mich vor kurzem in einem anderen Forum abgemeldet weil man dort der Meinung war nur Carnica und geteilter Brutraum ist das Ware und jeden der es anders tat dumm machte und beschimpfte.
Fang du jetzt nicht so ein Blödsinn mit Warm/Kaltbau oder Liebig an.

Peace und beste Grüße!

Irgendwas ist immer!
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