Varroa und kein Ende

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3 Jahre 7 Monate her #57 von Baumann
Baumann antwortete auf Varroa und kein Ende
Hallo Arne,
danke für dein ausführliches Feedback!
Natürlich hab ich meine 2 Völker behandelt.
Nicht nur mit Chemiekeule, hab eine Kräuterbehandlung mit Thymian, Lavendel und Ledum palustre, Sumpfporst, angewendet. Kräuter getrocknet, in Leinenpolster eingenäht und oben auf Brutzarge gelegt.
War gleichzeitig eine gute Isolierung im Winter.
Geschadet hat es nicht.
Vielleicht genützt, weil ich keine Milben mehr nach der Winterbehandlung gesehen hab.
Sumpfporst ist leicht giftig. Sollen schon die alten Vikinger ins Bier versenkt haben.
Mad honey!
Rhododendrongewächs.
Wir brauchen mehr Forscher, wie die alten Schweden!

Versuch jetzt nochmals meinen Text hoch zu laden, bevor die 100. Fassung wieder futsch ist.
LG
Hegabiene

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3 Jahre 7 Monate her #124 von RostH
RostH antwortete auf Varroa und kein Ende
Die Biene passt sich nach den Gesetzen der Evolution an die jeweiligen Umfeldbedingungen an. Wie lange eine adäquate Anpassung auf die "neue Herausforderung" Varroa destructor dauert, weiß wohl keiner.

Wenn wir als Imker das Umfeld der Bienen mittels geeigneter Varroabehandlungen (org. Säuren) verändern, muss sich die Biene nicht weiter anpassen - sie überlebt damit ja ganz gut. Umgekehrt passt sich die Varroa auch an und entwickelt ggf. Überlebensstrategien gegen die Behandlungen mit dem Effekt, dass die Behandlungen immer schlechter wirken. Hinzu kommen noch die weiteren Faktoren wie Pflanzenschutzmittel und Insektizide, schlechte Ernährung weil Grünwüsten und und und.

Es drängt sich die Frage auf, ob ein "nicht behandeln" die bessere Alternative wäre. Nur - im Kleinen ist das für den Imker schwierig; denn was nützt ihm der evolutionäre Ansatz, wenn seine Völker reihenweise dahinscheiden und die des Kollegen überleben. Ein Dilemma !

Dennoch - es gibt so einige, die separate Stände pflegen und dort ihre Bienen nicht behandeln. Und diese überleben, sei es einige der vorgenannten Bedingungen sind ideal oder man hat sich einige Varroa tolerante Völker ausgelesen bzw. entsprechende Königinnen erworben. Ich habe großen Respekt vor diesem Ansatz, erfordert er doch auch die Bereitschaft, Völker der rauhen Wirklichkeit auszusetzen und das dann ggf. durchzuhalten.

In diesem Jahr werde ich es erstmals probieren, nachdem ich mir einige Königinnen ausgesucht habe, die angeblich Varroa tolerante Völker aufbauen. Diese stehen separat von meinen anderen Völkern und ich bin gespannt, ob ich das durchhalte....

Beste Grüße

Rainer

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3 Jahre 7 Monate her #127 von Nikkiklaus
Hallo Rainer,

finde ich prima, dass du dich auch dem Thema praktisch nähern möchtest. Ich denke das ist der konsequent richtige Weg.

Ich dachte auch lange, man hätte als kleiner Privatier keine Chance. Aber mal ehrlich, von den Bieneninstituten ist doch keine Unterstützung und kein ernsthafter Elan in dieser Sache zu erwarten. Der Herr Büchler redet ja ganz interessant und kurzweilig daher, nur hat er genau nichts an Erfolgen vorzuweisen. Dahingegen schein sich in der "jüngeren" (damit ist nicht das Alter gemeint) Imkerschaft einiges zu tun!

Auch bin ich mir mittlerweile nicht mehr so sicher, dass man einen abgelegenen Stand braucht, wenn man erste Schritte gehen will. Habe ich auch lange für nötig erachtet, aber wenn man genauer darüber nachdenkt, könnte das auch ein Irrglaube sein (bis zu einem gewissen Grad zumindest). Die Grundlage der Resistenz liegt ja in der Genetik der Biene verborgen. Daher braucht es eine breite genetische Basis, um aus dem Vollen schöpfen zu können. Schränkt man die Ausgangsbasis schon zu Beginn ein, bzw. beschränkt man sich auf die wenigen Bienenherkünfte eines abgelegenen Standes, könnte man schon zu kurz gesprungen sein? So verstehe ich zumindest Paul Jungels selbstkritische Aussage zu den Bienenzüchtern und der Varroaresistenz.

LG

Arne


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3 Jahre 7 Monate her #128 von waldimker
An der Stelle mag ich mal einhaken: Sicherlich hast du Recht mit der genetischen Diversität. Auch die Avignon-Völker hatten massig andere, auch massig behandelte Völker drumrum und sind dennoch recht stabil gewesen.
Bei dem abgelegenen Stand in der Sache geht es doch mehr um den Schutz und den Respekt vor Nachbars Imkerei denn um die Diversität. Diese kann man trotzdem haben, denn wo die Königinnen zur Begattung stehen ist nochmal was ganz was anderes als da, wo dann die nicht-behandelten Völker krepieren und zu Milbenschleudern werden.
es grüßt
der waldimker

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3 Jahre 7 Monate her #129 von Nikkiklaus
Hallo Waldimker,

dein Einwand ist nicht von der Hand zu weisen....
Allerdings berichten z.B. die Walisischen Imker, dass sie nicht mehr und nicht weniger Verluste haben als die behandelnden Imker in ihrer Umgebung. Also nicht mehr Varroatransfer als mit Behandlung!
Bretschkos Untersuchungen mit der Varroa seinerzeit lese ich auch so, als dass da ganz andere Mechanismen greifen in den Völkern. Er berichtete vor über 30 Jahren z.B. (und soweit ist die Wissenschaft heute auch wieder), dass ab einer gewissen Milbenpopulation deutlich mehr Milben unfruchtbar werden. Aufgrund des Konkurrenzdrucks?
Auch stagnierten in seinen Völkern ab einen Punkt die Vermehrungsrate - ich will da nichts beschönigen, aber die Reinvasionsgefahr könnte aus div. Gründen höher, aber eben auch niedriger sein als in behandelten Völkern.
Nichts genaues weiß man nicht ;-)
Durch unsere Behandlerei halten wir die Milbe ja beständige in einer Aufwärtsdynamik (in Bezug auf Vermehrung und Anpassung), den Status quo zögert der Imker so immer wieder heraus. Und das zu einer Zeit im Jahr, wo der Bien zwei Gänge runterschaltet.
Ich halte es für denkbar, dass unsere Erfahrungen als erfolgreiche Behandler nicht 1:1 übertragbar sind auf Überlebensvölker. Aber da mutmaße ich auch.

LG

Arne


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3 Jahre 7 Monate her #139 von RostH
RostH antwortete auf Varroa und kein Ende
"Die Grundlage der Resistenz liegt ja in der Genetik der Biene verborgen. Daher braucht es eine breite genetische Basis..."

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