Varroa und kein Ende

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2 Jahre 1 Monat her - 2 Jahre 1 Monat her #150 von Nikkiklaus
Hallo Waldimker,

ich kann und will es nicht ausschließen, dass deine Nachbarn das Problem sind/waren.

Vielleicht war deine Behandlung aber auch nicht so erfolgreich, wie gedacht/erhofft? Vielleicht hast du die Varroasituation deiner Völker nicht korrekt eingeschätzt? Passiert.

Mehr Möglichkeiten sehe ich da nicht.

Weil es aber passt eine eigenen Erfahrung aus dem letzten/diesen Jahr.

Ich hatte letztes Jahr die Möglichkeit Zuchtköniginnen aus unserem lokalen Züchterring zwecks Prüfung in diesem Jahr zu bekommen. Ich habe daraufhin bei einigen Völkern kurz vor Trachtschluss eine TBE gemacht und in diesem Zuge die neuen Königinnen eingeweiselt. Nach Abernten der Honigräume und dem Auftauchen der ersten Brut (unverdeckelt) habe ich mit Oxalsäure eine Träufelbehandlung gemacht. Die "geschlachteten" Völker waren Prüfvölker aus der letzten Saison (z.T. AGT-Königinnen), es wurden keine Drohnenrahmen geschnitten - bis zu diesem Zeitpunkt waren aber keine Bienenviren sichtbar. Die Völker waren sehr stark und bienenreich.

Ich wähnte mich auf der sicheren Seite, da ja >80% der Varroen mit der Brut entfernt worden war. Im September dann das jähe Erwachen. Bienen mit kurzem Popo, Vierflügler, zitternde Bienen - Viren! Varroatotenfall über die Wochen vorher: 0,xxx pro Tag! Ich habe daraufhin mit AS eine Schwammtuch-Blockbehandlung gestartet. Alle Kö's haben überlebt, die noch großen Völker wurden aber deutlich kleiner.

Die letzten 4 Monate hatte ich keine Varroen auf der Bodeneinlage! Bei der Behandlung war ich konsequent und somit scheinbar auch erfolgreich würde ich meinen.

Jetzt am WE habe ich geschiedet. Ein Trauerspiel. Von den einstmal stolzen Völkern mit 8-9 Wabengassen sind noch 5-6 Wabengassen übriggeblieben. Und ich sehe wieder/immernoch Bienen mit kurzem Popo, Vierflügler, Zitterbienen. Zwei Völker hatten ferner Ruhr, da musste ich reingrätschen.
Durchgebrütet haben sie nicht, die hatten ganz prima Winterruhe gehalten. Die Brutnester hatten Tischtennisballgröße.

Ich unke mal - hätte ich nicht geguckt - sondern nur gezählt, wären diese Völker Geschichte. Letztes Jahr war irgendwas anders, ich weiß nur nicht was - aber dass ist eine andere Geschichte.

Aber die Moral von der Geschicht - unterschätze die Milbe nicht ;-) Und das passiert - jedem! irgendwann!

LG

Arne


Letzte Änderung: 2 Jahre 1 Monat her von Nikkiklaus.

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2 Jahre 1 Monat her #177 von RostH
RostH antwortete auf Varroa und kein Ende

Nikkiklaus schrieb: die Praktiker verneinen das, und der Ralph Büchler spricht auch nur einer Hand voll Bienen-Generationen (5 (???)


Das wäre ein Lichtblick und könnte der hohen Anpassungsfähigkeit der Bienen entsprechen. Es spricht auch dafür, auf jeglichem Niveau weiter zu machen.

Nikkiklaus schrieb: ... die Varroatoleranz auch eine "Lernkomponente" beinhaltet, die über die Bienengenerationen erhalten bleibt und von Biene zu Biene weitergegeben wird (werden könnte).


Wenn die "kognitiven Fähigkeiten" der Bienen einen zusätzlichen Beitrag leisten - um so besser !

Nikkiklaus schrieb: Schön wäre es, allein mir fehlt der Glaube. AGT ist Carnica - da muckelt die Imkerschaft schon seit über 80 Jahren dran rum, immer darauf achtend, dass der Cubitalindex und die Filzbindenfarbe stimmt ;-). Ob da noch genug genetische Varianz vorhanden ist?


Das würde ich jetzt nicht per se schlecht bewerten wollen - man muss es ausprobieren. Bei meinem (sehr reduzierten) Bestand an AGT's mit 4 Völkern lässt sich, besonders in diesem Herbst, beobachten, dass sie nicht weniger Milbenfall aufweisen, als die anderen Völker. Aber - es geht ja um "Toleranz". Vielleicht haben diese ein besseres Gleichgewicht mit dem Parasiten gefunden. Immerhin leben noch alle - zugegeben mit OXS Behandlung, wie bei den anderen. Im letzten Herbst war die Varroasituation doch schon extrem und die Resultate zeigen sich jetzt...

Nikkiklaus schrieb: Einzige positive Ausnahme waren die Kö's aus Bantin, von der Landbelegstelle Jasnitz. Die schienen zumindest weniger Probleme zu haben.


Verkaufen die Königinnen ?

Momentan sammle ich solche Königinnen und versuche auf kleinstem Niveau die Effekte zu vergleichen. Die 4 von J. Koller haben super Völker aufgebaut - bei einem benötige ich überhaupt kein Schied - da muss ich aufpassen, dass sie nicht verhungern... und Milbenfall nach OXS-Behandlung war nahe "0".

Beste Grüße

Rainer

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2 Jahre 1 Monat her #185 von Nikkiklaus
Hallo Rainer,

ja tun die - bzw. habe die getan.

Finde gerade den Link nicht, der Imkerverband M.-V. hat seit meinem letzten Besuch seinen Internetauftritt verändert.
Früher gab es da einen Link zu Königinnenbestellung.

Funkt die einfach mal an.

LG

Arne


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11 Monate 1 Woche her #1252 von leosegur

Nikkiklaus schrieb: Hallo Helga,

aber ist es nötig, dass unsere Bienen sich über weitere millionen Jahre an die Varroamilbe anpassen? Die Praktiker verneinen das.

Arne


Millionen Jahre habe ich nicht Zeit. Und wenn man sich die höhere Reproduktionsrate der Milbe anschaut ist es fraglich ob unseren Bienen genug Zeit bleibt, oder ob sie in Millionen Jahren nicht schon ausgestorben ist.

Ich befürchte in der Retrospektive wird man zum Schluss kommen, dass man zu lange die falschen Zuchtziele verfolgt hat.
Vor allem der Schwarmtrieb ist da ja ein gutes Beispiel! In der Betriebsweise kann man ja bewusst etwas ähnliches machen, genau mit dem Zweck die Varroen hinter sich zu lassen. (z.B. totale Brutentnahme, Kunstschwärme, Ableger, etc.) Genau das macht ein Bienenvolk natürlicherweise von selbst.

Und wenn man immer wieder liest, dass noch kein Volk in der Natur mehr als 3 Jahre ohne Behandlung überlebt hätte, da frag ich mich: Na und? bzw.: wieviele Schwärme sind inzwischen abgegangen und wie geht es denen? Wenn ein Volk 3x schwärmt und nach 3 Jahren das Muttervolk an der Varroa stirbt, dann hat es neun (3x3 oder auch 3³, jedes Schwarmvolk hat vielleicht auch schon einmal abgeschwärmt?) fitte Völker produziert und sich erfolgreich trotz Varroa vermehrt. Das Weiterleben gesichert. Der Milbe ein Schnippchen geschlagen!

Gegen veterinärmedizinische Produkte können sich schnell Resistenzen oder zumindest Toleranzen (-> Dosis immer weiter erhöhen) bilden. Aber gegen den Schwarmtrieb wohl weniger! Die Milben müssten sich vom Parasitieren der Milben komplett auf adulte Bienen umstellen, damit man ihnen durch diese Maßnahmen nichts mehr anhaben könnte. Das wäre ein gewaltiger evolutionärer Schritt und würde wohl auch Millionen Jahre dauern.
Ich bin zwar Anfänger, habe aber viel gelesen und bin davon überzeugt, dass es in diese Richtung gehen muss: Betriebsweise statt Chemie, viele Ableger machen und viele davon verlieren, aber eben genug behalten. Ist mühsam und traurig, aber praktikabel und entspricht dem natürlichen Wesen des Biens (Schwarmtrieb), denke ich.

Leo
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11 Monate 1 Woche her #1254 von Nikkiklaus
Hallo Leo,

leosegur schrieb: ...Millionen Jahre habe ich nicht Zeit. Und wenn man sich die höhere Reproduktionsrate der Milbe anschaut ist es fraglich ob unseren Bienen genug Zeit bleibt, oder ob sie in Millionen Jahren nicht schon ausgestorben ist...

Sag ich doch, es dauert keine millionen Jahre, sonders kann in ca. 5-6 Jahren klappen. Muss es aber nicht! Und das mit dem Aussterben wird ziemlich sicher nicht passieren, so sehr wir Menschen auch "züchten" und behandeln oder das Ende der Welt herbei reden ;-)

leosegur schrieb: ...Ich befürchte in der Retrospektive wird man zum Schluss kommen, dass man zu lange die falschen Zuchtziele verfolgt hat...

Imkers kommen doch prima mit der Milbe klar - da ist gar kein Bedarf hier züchterisch etwas zu erreichen...

leosegur schrieb: ...Vor allem der Schwarmtrieb ist da ja ein gutes Beispiel! In der Betriebsweise kann man ja bewusst etwas ähnliches machen, genau mit dem Zweck die Varroen hinter sich zu lassen. (z.B. totale Brutentnahme, Kunstschwärme, Ableger, etc.) Genau das macht ein Bienenvolk natürlicherweise von selbst....

Das kann unterstützend wirken, und der Biene die Zeit erkaufen, die sie auf dem Weg der Anpassung braucht - so man das zulässt.

leosegur schrieb: ...Und wenn man immer wieder liest, dass noch kein Volk in der Natur mehr als 3 Jahre ohne Behandlung überlebt hätte...

International ist man da schon weiter mit seinen Erkenntnissen!

leosegur schrieb: ...wieviele Schwärme sind inzwischen abgegangen und wie geht es denen? Wenn ein Volk 3x schwärmt und nach 3 Jahren das Muttervolk an der Varroa stirbt, dann hat es neun (3x3 oder auch 3³, jedes Schwarmvolk hat vielleicht auch schon einmal abgeschwärmt?) fitte Völker produziert und sich erfolgreich trotz Varroa vermehrt. Das Weiterleben gesichert. Der Milbe ein Schnippchen geschlagen!

Stimmt, die Biene überlebt in ihrer lokal angepassten Population, nicht als Individuum, nicht als Volk! ABER: nur gesunde Völker schärmen! Und viele (die meisten!?) Jungvölker schaffen nichtmal den ersten Herbst... Der Rückgang der Völker auf Gotland war schon beklemmend, wenn du mich fragst.

Und mit etwas imkerlichen Geschick und ein klein Wenig Chemie hast du gesundheitlich prima Völker UND Honig, den du verkaufen kannst. Das ist doch auch charmant, oder?

Und - Hand aufs's Herz - traust du dich nicht zu behandeln, auch wenn du überzeugt bist es geht und ist der einizig richtige Weg? Und hast du die imkerlichen Fähigkeiten (das Handwerkszeug) diesen Weg zu gehen? Und die Langmut ggf. Jahr um Jahr ohne Summen ins Frühjahr zu starten und andere Imker um neue Bienen anzubetteln um deine Totalverluste auszugleichen? Bzw. hast du überhaupt die "richtige" Biene, das "richtige" Umfeld, solch einen Versuch zu starten?

fragt sich der Arne


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11 Monate 1 Woche her #1255 von leosegur

Nikkiklaus schrieb: Imkers kommen doch prima mit der Milbe klar - da ist gar kein Bedarf hier züchterisch etwas zu erreichen...

Den Bienen den Kampf gegen die Milbe komplett abzunehmen ist kein guter Plan, glaube ich. Was, wenn unsere Methoden nicht mehr funktionieren?
- Oder war da Ironie in Deinem Statement?

Nikkiklaus schrieb: Und mit etwas imkerlichen Geschick und ein klein Wenig Chemie hast du gesundheitlich prima Völker UND Honig, den du verkaufen kannst. Das ist doch auch charmant, oder?
Und - Hand aufs's Herz - traust du dich nicht zu behandeln, auch wenn du überzeugt bist es geht und ist der einizig richtige Weg? Und hast du die imkerlichen Fähigkeiten (das Handwerkszeug) diesen Weg zu gehen? Und die Langmut ggf. Jahr um Jahr ohne Summen ins Frühjahr zu starten und andere Imker um neue Bienen anzubetteln um deine Totalverluste auszugleichen? Bzw. hast du überhaupt die "richtige" Biene, das "richtige" Umfeld, solch einen Versuch zu starten?

fragt sich der Arne

- klare Antwort auf Deine Frage: Nein, traue ich mich nicht. Und nein, ich habe diese Fähigkeiten nicht. Und auch keine Lust auf einen allzu schmerzenden Lernprozess auf Kosten der Bienen.
Ich habe letztes Jahr behandelt UND (zu viele) Völker verloren. Das ist besonders bitter. Aber ich möchte aus meinen Fehlern lernen. Dieses Jahr ist mein Ziel alle Völker durchzubringen. Und um das zu erreichen wird auch Chemie eingesetzt, aber eben nicht nur. Ich möchte Ableger machen, Brutentnahme, Drohnenbrutschneiden, Fangwaben und all das kobminieren.
Mein Ziel ist viel zu lernen und mir eine funktionierende Betriebsweise zurechtlegen die das alles integriert. - Auch die Chemie soweit nötig, z.B. Winterbehandlung mit Oxalsäure.

Bis jetzt habe ich all den Honig verschenkt, die Imkerei muss sich für mich nicht rechnen. Aber ohne Ernte würde es auch keinen Spaß machen, das gehört schon dazu! :-)
Sonst kann ich gleich 70 "Insektenhotels" in meinen Garten hängen und hab null Arbeit damit. Nein, Honigernte muss schon sein, sonst ist das für mich keine Imkerei!

Danke für die konstruktive Diskussion!

Leo

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