Dies ist das öffentliche Imkerforum der Prof. Ludwig Armbruster Imkerschule. In diesem Forum werden vor allem imkerliche und betriebstechnische Fragen über das Imkern im einräumigen Brutraum diskutiert. Früher war die Bienenhaltung im einräumigen Brutraum eine Selbstverständlichkeit. Es gibt im deutschsprachigen Raum die verschiedensten Beutenformen, die aber, da sie zur Zeit ihrer Entstehung fast alle für Hinterbehandlungsbeuten konstruiert wurden, weitgehend einräumig genutzt wurden. Historisch bedingt entstanden Dadant (Quinby, Blatt und Modifiziert), Langstroth, Gerstung, Kuntsch, Freudenstein, Zander, Deutsch Normal und Schweizermaß - um nur einige zu nennen - und viele mehr. (Rähmchenmaße (Wikipedia)). 

Aufgrund des wenig innovativen Umfeldes in der deutschsprachigen Imker-Community und der eher rückwärtsgewandten Politik des Deutschen Imkerbundes und meinungsbildender Bieneninstitute entwickelten sich einzelne innovative Projekte und suchen nun Anhänger auf dem Markt der Imkerneulinge. So wurden in neuerer Zeit von Anhängern des sogenannten "wesensgsmäßen Imkerei" Experimente mit Trog- oder Einraumbeuten mit Hochwaben ohne gedrahtete Rähmchen begonnen. Die hinter dieser Bewegung stehenden geistige Grundlagen wurden vor allem von Dr. Rudolf Steiner Anfang der dreißiger Jahre gelegt und sind bis heute bedenkenswert. Auch die sogenannte "Bienenkiste" wird als Einraumbeute verstanden, in der der Naturschwarm frei oder mit nur geringen Bauhilfen Wildbau errichten kann. Leider ist diese dem alten krainer Stabilbau-Stock nachempfundene Bienenbehausung sowohl für die Bienen als auch für den Imker, der sie betreuen muß, weni geeignet. Gut vermarktet spricht sie wohlmeinend-gutmütige, aber unkundige "Bienenretter" an, die mit dem Umgang diese ungeeigneten Behausungsform meist völlig überfordert sind. Das Ende sind dann leere Kisten und frustrierte Jungimker.

Eine von einem Berliner Aktivisten wiederum eingeführte "Bienenbox" im histosichen Wabenmaß "Kuntsch hoch" verspricht neuerdings, für ein besonders ökologisches Imkern in der Stadt die optimale Beute zu sein, besonders wohl auch deshalb, weil man sie und den dafür erforderlichen Unterricht nur von seiner Organisation erwerben kann. Zuletzt schließlich machte eine Kugelbeute von sich reden, die der Idee eines optimalen kugelförmigen Brutnestes zweifellos am nächsten kommt, aber in der Imkerpraxis wenig praktikabel erscheint. Nicht vergessen wollen wir die Hängekörbe oder Zeidler-Klotzbeuten oder gar das schlagen von Hohlräumen in lebende Bäume. Ob mit diesen Freizeitbeschäftigungen die Biene "gerettet" werden kann ist doch mehr als fragwürdig. Diese Projekte sind zwar im imker- und marktpolitischen Kontext nachvollziehbar. Aber sie bringen viel Unsicherheit und Orientierungsschwierigkeiten für Anfänger, denen ja Entscheidungskriterien für den Aufbau ihrer eigenen Imkerei fehlen. Denn die Imkerei soll gut sein für unsere Bienen, Freude machen und nicht zuletzt wirtschaftlich erfolgreich sein. Nur wenn sie das leistet werden sich genügend Menschen finden, die langfristig eine ausreichende Menge Bienen halten und damit ganz beiläufig die für unsere Kultur- und Wildpflanzen nötige Bestäubungsleistung aufrecht erhalten.

Der wichtigste imkerliche Impuls des 20. Jahrhunderts wurde sicherlich von Bruder Adam alias Karl Kehrle gesetzt. Der im südenglischen Kloster Buckfast lebende deutsche Mönch, der quasi sein ganzes Leben den Bienen gewidmet hat, schenkte der Imkerwelt nicht nur eine neue Bienenrasse sondern auch betriebstechnische Anweisungen und imkerliche Tipps von zeitloser Gültigkeit. Sein Imkern in der Einraumbeute Dadant (modifiziert) wurde zur Grundlage für eine Bewegung in ganz Europa, die mit großem Erfolg imkert. Der Erfolg der von Adam inaugurierten imkerlichen Maßnahmen gründet sich auf eine besonders bienenfreundliche, die Bienengesundheit stabilisierende Betriebsweise. Die Zucht der Buckfastbiene, die er nach den Grundzügen Armbrusters Bienenzüchtungskunde entwickelt hat, ist nur ein Faktor für die Erfolgsgeschichte dieser Einraumbetriebsweise.

Dieses Forum soll Imkerneulingen Entscheidungshilfen, aber auch erfahrenen Imkern Orientierung und Denkanstöße für die zukünftige Arbeit mit den Bienen geben. Um Mißveständnisse über den einräumigen Brutraum, über Bruder Adam oder gegenwärtige Vertreter des Angepassten Brutraumes aus der Welt zu räumen haben wir einen Thread "Mißverständnisse und Trivialimkerei" eingerichtet, wo wir im Internet, in Fachbüchern oder in Bienenzeitungen geäußerten Vorurteilen begegnen.